Geschichte der Volksschule Pressbaum

(von Sieglinde Brückler)

Da ich nun 42 Jahre meines Lebens in diesem Schulhaus ein und aus gehe (8 Jahre als Volks- und Hauptschülerin, 34 Jahre als Lehrerin), denke ich mir, dass es an der Zeit ist, einen kurzen Überblick über die Geschichte unserer Schule zu schreiben.

Begonnen hat alles damit, dass in den Jahren 1883/84 ein einstöckiges Schulhaus auf dem Hauptplatz neben der alten Kirche errichtet wurde.

1921 erfolgte die Aufstockung des Gebäudes. Im 2. Stock war die Bürgerschule untergebracht, der Vorläufer der Hauptschule.

Während des 2. Weltkrieges wurde die Schule in ein russisches Lazarett umgewandelt, wodurch die Inneneinrichtung beträchtlichen Schaden erlitt.

1955 betrat ich das Haus als hoffnungsvolle Taferlklasslerin, nicht ahnend, dass ich acht unbeschwerte Schuljahre darin verbringen sollte. Wir waren 41 Kinder in der Klasse. Volks- und Hauptschule standen damals unter der Leitung von OSR Alois Klose, der nach dem Krieg diese Funktion übernommen hatte.

1959 feierten wir im Schulhof das 75-Jahr-Jubiläum unseres Hauses mit einem großartigen Fest.

1967 beschloss man, die einklassigen Volksschulen Rekawinkel und Tullnerbach zu schließen. Seither werden die Kinder mittels Schulbus nach Pressbaum gebracht. Als ich 1970 den Dienst als Volksschullehrerin hier antrat, waren meine Lehrer plötzlich Kollegen und OSR Karl Kiefmann mein erster Vorgesetzter.

Ihm folgte 1972 OSR Robert Ambros nach, da die von ihm geleitete Volksschule Wolfsgraben in diesem Jahr geschlossen wurde. Folgende Neuerungen führte er ein: die Fünftagewoche, den Englischunterricht ab der 3. Schulstufe, die Verkehrserziehung durch die Gendarmerie sowie den "Tag der offenen Tür".

1975 wurde die Hauptschule in der Fünkhgasse fertig gestellt. Dies bedeutete für uns alle eine große Erleichterung. Ich erinnere mich, dass ich in den ersten fünf Dienstjahren stets Klassen zwischen 36 und 40 Schülern unterrichtete und jedes Kammerl, ja sogar die Turnsaalgarderobe, zu Klassenräumen umfunktioniert waren.

1976 erfolgte der Zubau unserer Zentralgarderobe. Besonders wichtig war dem damaligen Direktor die Gründung der Musikschule, die seither in unserem Schulhaus untergebracht ist.

Anlässlich des 100 Jahr-Jubiläums feierten wir 1984 ein unvergessliches Fest im Pfarrsaal.

1984 übernahm OSR Angelika Heissig die Leitung der Volksschule. Zum ersten Mal erhielten wir eine Kollegin als Vorgesetzte. Da das Lesen ein besonderes Anliegen unserer Direktorin war, wurde 1987 eine Schulbibliothek eingerichtet.

Seit September 1992 gibt es bei uns auch eine Vorschulklasse.

Wegen drückenden Raummangels wurde ein Anbau notwendig. Seine Eröffnung fand im September 1995 statt. Darin befinden sich 5 Klassenzimmer, verschiedene Nebenräume und der große Turnsaal.
Im Vergleich dazu kommt mir heute der bisherige Turnsaal geradezu winzig vor und es erscheint mir unvorstellbar, wie man jahrzehntelang darin mit über 40 Kindern turnen und spielen konnte.

Mit Schuljahr 1997/98 wurde der Schülerhöchststand erreicht. In 17 Klassen unterrichteten wir 428 Knaben und Mädchen. Damit waren wir die größte Schule im Bezirk Wien-Umgebung.

Seit 2001 ist nun unsere Kollegin VD Adele Körner die Schulleiterin. Sie sorgte dafür, dass alle Klassen mit Computern und Internetanschluss ausgestattet wurden. Im Schuljahr 2001/02 konnten unsere Volksschüler erstmals im eigenen Schulgebäude die nachmittägliche Hortbetreuung in Anspruch nehmen.

(weiterer Text von Thomas Hrabe)

2002 starten intensive Kooperationsprojekte der VS mit der Musikschule Oberes Wiental: Instrumentalensemble „Brückenmusik“, „Chor“, später „Singklasse“ und „Rhythmusklasse“.

2002/03 konnten unsere Volksschüler erstmals im eigenen Schulgebäude die nachmittägliche Hortbetreuung in Anspruch nehmen.

2003 wurden alle Klassen mit Funk - Internet ausgestattet. Für den Gartenbereich wurden auf Grund der Initiative von VD Adele Körner Spielgeräte angeschafft.

Seit 2004 hat unsere Schule als eine der ersten eine eigene Homepage - www.vspressbaum.ac.at

2006 wurde das Internet verkabelt.

2007 „Musik braucht Raum” – großes Musikfest der Musikschule Oberes Wiental in Kooperation mit der Volksschule und dem Hort

2008 Generalsanierung des alten Teils des Schulgebäudes;

Außer im 1995 errichteten Zubau wurden über die Sommermonate bis in den Spätherbst hinein alle Fenster ersetzt, eine Wärmeschutzfassade errichtet und die Fassade neu in den ursprünglichen Farben gemalt.

In diesem Zuge wurde auch das Denkmal Kaiser Josef II vor dem Gebäude abgetragen und einer Renovierung unterzogen, die bis dato andauert.

Seit 2009 sind wir eine Ökolog-Schule, das bedeutet, dass ökolgische Themen und Zusammenhänge wie Wasser, Abfall, Energie, Schulgelände, Gesundheit usw. im Unterricht nicht nur sichtbar gemacht sondern auch gelebt werden.

Seit 1. Februar 2011 ist Frau Agathe Köllner unsere neue Direktorin.

Unser Motto lautet seit vielen Jahren:

Wir sind eine fröhliche Schule!

In diesem Sinne wollen wir auch in Zukunft zum Wohle unserer Kinder wirken.

 

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